Photovoltaik und erneuerbare Energien

Wachsende Zielgruppe für Gewerbeversicherungsmakler

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Die Solarbranche in Deutschland wächst in einem Tempo, das vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte. Ende 2025 waren knapp 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen installiert, ein Plus von 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Destatis, 2026). Die kumulierte Leistung liegt inzwischen bei über 106 Gigawatt. Hinter diesen Zahlen stehen tausende Unternehmen: Installateure, Projektierer, Wartungsbetriebe, Anlagenbetreiber, Energiespeicher-Hersteller. Unternehmen, die auf Dächern arbeiten, schwere Module transportieren, Hochspannungssysteme installieren und komplexe Technik in Betrieb nehmen.

Für Gewerbeversicherungsmakler bedeutet das: Eine der am schnellsten wachsenden Branchen Deutschlands generiert massiven Bedarf an Betriebshaftpflicht, Elektronikversicherung, Montageversicherung und Betreiberhaftpflicht – und dieser Bedarf ist vielfach noch ungedeckt. Wer jetzt versteht, welche Risiken diese Branche hat und wie man die richtigen Betriebe findet, sichert sich einen erheblichen Wettbewerbsvorsprung.

Wie Gewerbeversicherungsmakler ihren Kundenstamm systematisch aufbauen, zeigt der Artikel Gewerbeversicherungsmakler: Neukunden systematisch finden mit Firmendaten in 2026.

Ein Markt im Umbruch: Warum die Solarbranche jetzt relevant wird

Die politischen Ausbauziele sind ambitioniert. Bis 2030 sollen in Deutschland 215 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert sein. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten jährlich über 22 Gigawatt zugebaut werden. Deutlich mehr als die rund 16,6 Gigawatt, die 2025 realisiert wurden. Das bedeutet: Der Markt muss weiter wachsen, und damit wächst auch die Zahl der Betriebe, die in Planung, Installation und Betrieb von Solaranlagen tätig sind.

Allein die Photovoltaikbranche beschäftigte 2023 rund 98.600 Menschen in Deutschland, ein Anstieg von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über alle erneuerbaren Energien hinweg waren es mehr als 406.000 Beschäftigte, der höchste Stand seit 2011. Besonders auffällig: Die Beschäftigung konzentriert sich stark auf Handwerk, Bauwirtschaft und Installationsdienstleistungen, also genau in dem Segment, in dem der Bedarf an Gewerbeversicherungen am höchsten ist.

Gleichzeitig ist der Markt hochgradig fragmentiert. Eine Auswertung von über 2.300 Photovoltaik-Installationsbetrieben im DACH-Raum zeigt, dass die Branche von regional verankerten Handwerksbetrieben dominiert wird, nicht von Großkonzernen. Diese kleinen und mittelständischen Betriebe sind für Versicherungsmakler besonders relevant, weil sie oft keine eigenen Risikomanagement-Abteilungen haben und ihren Versicherungsschutz selten systematisch prüfen.

Welche Unternehmen bilden die Zielgruppe?

Die Erneuerbare-Energien-Branche ist vielfältiger, als man auf den ersten Blick annehmen würde. Für Versicherungsmakler ist es entscheidend, die verschiedenen Unternehmenstypen zu kennen, weil sich Risikoprofile und Versicherungsbedarf deutlich unterscheiden.

PV-Installationsbetriebe und Solarteure bilden das Rückgrat der Branche. Sie planen, montieren und verkabeln Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen. Ihre Mitarbeiter arbeiten in der Höhe, an stromführenden Systemen und an fremdem Eigentum. Das Schadenspotenzial ist erheblich: Von der fehlerhaften Dachdurchdringung, die über Monate unbemerkt Feuchtigkeit eindringen lässt, bis zum Montagefehler, der einen Brand auslöst. Laut Branchenberichten sind Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehler verhältnismäßig häufig Ursache für Brände an Photovoltaikanlagen.

Projektierer und Planungsbüros übernehmen die technische Auslegung und Genehmigungsplanung, oft ohne selbst zu montieren. Hier liegt das Haftungsrisiko in der Planungshaftung: Fehlerhafte Dimensionierung, falsche Komponentenwahl oder mangelhafte Statikberechnung können zu hohen Folgeschäden führen.

Wartungs- und Servicebetriebe sind ein wachsendes Segment. Mit steigender Anlagenanzahl nimmt auch der Bedarf an regelmäßiger Inspektion und Instandhaltung zu. Diese Betriebe haften für Schäden, die während oder infolge von Wartungsarbeiten entstehen.

Gewerbliche Anlagenbetreiber sind Unternehmen, die PV-Anlagen auf eigenen oder fremden Dächern betreiben und Strom einspeisen. Sie benötigen eine Betreiberhaftpflicht- und Elektronikversicherung. Die jährlichen Versicherungskosten liegen typischerweise zwischen 0,5 und 1,5 Prozent des Anlagenwerts.

Energiespeicher- und Ladeinfrastruktur-Unternehmen ergänzen das Spektrum. Sie installieren Batteriespeicher und Wallboxen, arbeiten also ebenfalls an komplexer Elektrotechnik mit entsprechendem Haftungsrisiko.

Übersicht der fünf wichtigsten Unternehmenstypen in der Photovoltaikbranche mit deren Kernrisiken und relevanten Gewerbeversicherungen für Versicherungsmakler.

Unternehmenstyp

Typische Mitarbeiterzahl

Kernrisiken

Wichtigste Versicherungen

PV-Installateur / Solarteur

5–50

Montage- und Brandschäden, Personenschäden auf Dach

Betriebshaftpflicht, Montageversicherung

Projektierer / Planungsbüro

3–20

Planungshaftung, Folgeschäden durch Fehlplanung

Berufshaftpflicht, Vermögensschadenhaftpflicht

Wartungs- und Servicebetrieb

5–30

Schäden an Bestandsanlagen, Ertragsausfälle

Betriebshaftpflicht, Werkverkehrsversicherung

Gewerblicher Anlagenbetreiber

variabel

Ertragsausfall, Sachschäden an PV-Anlage

Betreiberhaftpflicht, Elektronikversicherung

Speicher- und Ladeinfrastruktur

5–40

Elektro-Risiken, Brandgefahr bei Lithium-Speichern

Betriebshaftpflicht, Produkthaftpflicht

Die vier häufigsten Deckungslücken bei Solar-Betrieben

Die Erfahrung zeigt: Viele Photovoltaik-Unternehmen sind zwar versichert, aber nicht angemessen. Gerade bei schnell wachsenden Betrieben hinkt der Versicherungsschutz der Geschäftsentwicklung hinterher. Für Makler sind diese Deckungslücken konkrete Beratungsanlässe.

  1. Fehlende Subunternehmerklauseln: Viele PV-Installateure vergeben Teile der Montage an Subunternehmer, insbesondere bei Personalengpässen in der Hochsaison. Im Schadenfall haftet jedoch in der Regel der Fachpartner als Generalunternehmer und nicht die ausführende Subfirma. Ohne entsprechende Klausel in der Police steht der Betrieb im Ernstfall ohne Deckung da.

  2. Allmählichkeitsschäden werden unterschätzt: Eine unsachgemäße Dachdurchdringung bei der Montage einer PV-Anlage verursacht möglicherweise erst Monate oder Jahre später erkennbare Feuchtigkeitsschäden am Gebäude. Nicht jede Betriebshaftpflicht deckt solche schleichenden Schadensverläufe ab.

  3. Vernachlässigung der Montageversicherung: Während der Installation besteht ein erhöhtes Schadensrisiko. Module können herunterfallen, Kabel beschädigt werden, ein Gerüst kann einstürzen. Eine spezifische Montageversicherung deckt genau diese Phase ab, wird von vielen kleineren Betrieben aber nicht abgeschlossen.

  4. Cyber-Risiken werden ignoriert: Moderne PV-Anlagen sind oft per Monitoring-Software mit dem Internet verbunden. Wartungsbetriebe haben Fernzugriff auf Wechselrichter und Energiemanagementsysteme. Cyberangriffe oder Datenverluste können zu Betriebsunterbrechungen und Haftungsansprüchen führen. Ein Risiko, das in der klassischen Gewerbeversicherung nicht enthalten ist. Wie sich diese Risiken gezielt absichern lassen, zeigt der Artikel Cyberversicherung B2B: IT-Unternehmen als Zielgruppe für Gewerbeversicherungsmakler.

Warum konventionelle Akquise in diesem Markt nicht funktioniert

Die PV-Branche ist ein vergleichsweise junger Wirtschaftszweig. Viele Unternehmen wurden erst in den letzten fünf Jahren gegründet, einige sind aus bestehenden Elektrobetrieben hervorgegangen, andere sind reine Start-ups. Für Versicherungsmakler bringt das spezifische Herausforderungen bei der Kundenakquise mit sich.

Das erste Problem: Es gibt kein zentrales Branchenverzeichnis für PV-Betriebe. Anders als bei Handwerkskammern für klassische Gewerke existiert keine einheitliche Registrierung. Installationsbetriebe können in der Handwerksrolle als Elektrobetriebe geführt werden, als Dachdeckerbetriebe oder gar nicht, wenn sie rein planerisch tätig sind. Die Branchenzuordnung über WZ-Codes ist unzuverlässig, weil viele PV-Betriebe unter allgemeinen Elektroinstallations-Codes firmieren. Warum das ein strukturelles Problem ist, zeigt der Artikel WZ-Codes im M&A-Sourcing.

Das zweite Problem: Die Branche wächst und verändert sich schnell. Ein Elektrobetrieb, der vor zwei Jahren noch keine PV-Installationen angeboten hat, kann heute 60 Prozent seines Umsatzes damit machen - mit einem völlig veränderten Risikoprofil, das seine bestehende Betriebshaftpflicht nicht abbildet. Ohne aktuelle Daten erkennt ein Makler solche Veränderungen nicht.

Das dritte Problem: Die Entscheider sind schwer zu identifizieren. In vielen jungen PV-Betrieben gibt es keinen Prokuristen oder kaufmännischen Leiter. Der Geschäftsführer ist gleichzeitig Obermonteur und auf der Baustelle. Klassische Vertriebswege über LinkedIn oder Branchenveranstaltungen erreichen diese Zielgruppe nur eingeschränkt.

Makler, die den PV-Markt mit Empfehlungen, Branchenverzeichnissen und Kaltakquise bearbeiten wollen, erreichen allenfalls einen Bruchteil der potenziellen Kunden und investieren dafür unverhältnismäßig viel Recherchezeit.

Wie datengetriebene Methoden den PV-Markt erschließbar machen

Die Alternative zur manuellen Recherche besteht darin, den Markt systematisch über Daten zu erfassen. Der Grundgedanke: Bevor ein Makler ein Unternehmen anspricht, sollte er bereits wissen, welches Leistungsspektrum der Betrieb abdeckt, wie groß er ist, wer die Entscheider sind und ob kürzlich relevante Veränderungen stattgefunden haben.

Plattformen wie ProxDeal ermöglichen genau diesen Ansatz. Statt über Branchencodes zu suchen, kann der Nutzer mithilfe einer semantischen Suchlogik gezielt gewünschte Unternehmensprofile suchen und filtern - etwa „PV-Installationsbetriebe in Bayern mit 5 bis 30 Mitarbeitern, Gründung nach 2020, GmbH" - und erhält eine strukturierte Longlist mit angereicherten Unternehmensdaten. ProxDeal liefert dabei über 90 Variablen pro Unternehmen, darunter Umsatzschätzungen, Mitarbeiterzahlen, Geschäftsführerinformationen, Gesellschafterstrukturen, Gründungsjahr und aktuelle Veränderungen wie Insolvenzverfahren.

Entscheidend ist, dass aktuelle Daten aus Handelsregistern, Jahresabschlüssen, Unternehmenswebsites und weiteren Quellen zusammengeführt werden. Ein Betrieb, der sein Leistungsportfolio um Batteriespeicher-Installation erweitert hat, taucht mit dieser Erweiterung in der Datenbank auf, auch wenn sein WZ-Code sich nicht geändert hat.

Für den Versicherungsvertrieb ergeben sich daraus drei konkrete Vorteile. Zum einen lässt sich der Markt vollständig erfassen: Statt auf die bekannten 50 Betriebe im eigenen Netzwerk beschränkt zu sein, sieht der Makler alle registrierten PV-Unternehmen in seiner Zielregion. Zum anderen können Betriebe nach Versicherungsrelevanz priorisiert werden: Ein Betrieb mit 25 Mitarbeitern und steigendem Umsatz bietet deutlich mehr Akquise-Potenzial als ein Ein-Mann-Betrieb ohne aktuelle Veränderungen. Und schließlich kann die Erstansprache personalisiert werden, weil der Makler die Situation des Betriebs bereits kennt.

Über PV hinaus: Das gesamte Erneuerbare-Energien-Ökosystem als Zielmarkt

Versicherungsmakler, die sich auf die Photovoltaik konzentrieren, sollten das erweiterte Ökosystem nicht übersehen. Die Wertschöpfungskette der erneuerbaren Energien umfasst Segmente, die alle spezifische Versicherungsbedarfe haben und die sich mit derselben datengetriebenen Methodik erschließen lassen.

Wärmepumpen-Installateure bilden ein rasch wachsendes Segment. Die Beschäftigung in diesem Bereich stieg 2023 um 17.200 auf rund 71.700 Arbeitsplätze. Wärmepumpen-Betriebe installieren komplexe Heizungssysteme, arbeiten an Gas- und Wasserleitungen und berühren die Gebäudesubstanz, ein Risikoprofil, das demjenigen von SHK-Betrieben ähnelt, aber zusätzliche Spezifika aufweist.

Windenergie-Servicebetriebe sind ein weiteres relevantes Feld. Wartungsunternehmen für Windkraftanlagen arbeiten in extremer Höhe unter anspruchsvollen Bedingungen. Die Onshore-Windenergie beschäftigt rund 99.000 Menschen in Deutschland.

Und schließlich sind Elektromobilitäts-Dienstleister zu nennen, also Unternehmen, die Ladeinfrastruktur planen und installieren. Viele PV-Betriebe erweitern ihr Portfolio um Wallbox-Installation und Lastmanagement – ein Trend, der das Risikoprofil dieser Betriebe erweitert und neue Versicherungslösungen erfordert.

Fazit: Ein Markt, der schneller wächst als die meisten Makler reagieren

Die Photovoltaik- und Erneuerbare-Energien-Branche ist für Gewerbeversicherungsmakler eines der attraktivsten Wachstumsfelder der kommenden Jahre. Die Kombination aus massivem Zubau, hohem Fachkräftebedarf, komplexen Risikoprofilen und vielen jungen Unternehmen erzeugt einen Versicherungsbedarf, der noch lange nicht gedeckt ist.

Die Herausforderung liegt nicht darin, ob dieser Markt Potenzial bietet, sondern darin, die richtigen Betriebe effizient zu identifizieren und qualifiziert anzusprechen. In einem fragmentierten Markt mit tausenden kleinen und mittleren Betrieben reichen Branchenkontakte und Empfehlungen nicht aus. Wer dieses Segment systematisch erschließen will, braucht einen datengetriebenen Ansatz: strukturierte Unternehmenslisten mit Finanz- und Entscheiderdaten, die eine Priorisierung nach Akquise-Potenzial ermöglichen.

Makler, die heute in die systematische Erschließung der Erneuerbaren-Energien-Branche investieren, bauen einen Kundenstamm auf, der über Jahrzehnte Bestand hat. Die Energiewende ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein struktureller Umbau der deutschen Wirtschaft. Die Frage ist nur: Erschließen Sie diesen Markt, oder überlässt Ihr Wettbewerber Ihnen die Recherche?

PV-Betriebe in Ihrer Region systematisch identifizieren und priorisiert ansprechen: Jetzt kostenfreies Erstgespräch buchen →

Häufige Fragen

Welche Versicherungen braucht ein PV-Installationsbetrieb? Die wichtigsten Versicherungen für Photovoltaik-Installateure sind die Betriebshaftpflichtversicherung (mit Subunternehmerklausel und Allmählichkeitsschäden), eine Montageversicherung für die Installationsphase sowie eine Werkverkehrsversicherung für den Transport von Modulen und Wechselrichtern. Je nach Geschäftsmodell kommen eine Berufshaftpflicht für Planungsleistungen und eine Cyberversicherung hinzu.

Wie groß ist der Versicherungsmarkt für erneuerbare Energien? Die erneuerbaren Energien beschäftigen in Deutschland über 406.000 Menschen in mehr als tausenden Betrieben. Allein die PV-Branche zählt rund 98.600 Beschäftigte. Bei durchschnittlichen Gewerbeversicherungsprämien im vierstelligen Bereich pro Betrieb ergibt sich ein beträchtliches Marktvolumen, das durch den jährlichen Zubau weiter wächst.

Wie unterscheidet sich die Betreiberhaftpflicht von der Betriebshaftpflicht? Die Betriebshaftpflicht schützt ein Unternehmen vor Haftungsansprüchen aus seiner gewerblichen Tätigkeit, also etwa einen Installateur vor Ansprüchen wegen fehlerhafter Montage. Die Betreiberhaftpflicht richtet sich an Unternehmen, die eine PV-Anlage betreiben und Strom einspeisen. Sie deckt Schäden ab, die durch den Betrieb der Anlage gegenüber Dritten entstehen, etwa bei Bränden oder herabfallenden Modulteilen.

Wie hilft ProxDeal Versicherungsmaklern bei der Akquise im PV-Segment? ProxDeal erstellt angereicherte Unternehmenslisten auf Basis von Freitext-Suchprofilen. Makler können gezielt nach PV-Betrieben filtern – nach Region, Mitarbeiterzahl, Gründungsjahr, Rechtsform und weiteren Kriterien. Die Plattform liefert über 90 Datenpunkte pro Unternehmen, darunter Entscheider-Informationen, Finanzkennzahlen und Veränderungssignale wie Führungswechsel. Die integrierte Outreach-Funktion ermöglicht zudem die personalisierte Erstansprache direkt aus der Plattform.

Die Solarbranche in Deutschland wächst in einem Tempo, das vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte. Ende 2025 waren knapp 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen installiert, ein Plus von 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Destatis, 2026). Die kumulierte Leistung liegt inzwischen bei über 106 Gigawatt. Hinter diesen Zahlen stehen tausende Unternehmen: Installateure, Projektierer, Wartungsbetriebe, Anlagenbetreiber, Energiespeicher-Hersteller. Unternehmen, die auf Dächern arbeiten, schwere Module transportieren, Hochspannungssysteme installieren und komplexe Technik in Betrieb nehmen.

Für Gewerbeversicherungsmakler bedeutet das: Eine der am schnellsten wachsenden Branchen Deutschlands generiert massiven Bedarf an Betriebshaftpflicht, Elektronikversicherung, Montageversicherung und Betreiberhaftpflicht – und dieser Bedarf ist vielfach noch ungedeckt. Wer jetzt versteht, welche Risiken diese Branche hat und wie man die richtigen Betriebe findet, sichert sich einen erheblichen Wettbewerbsvorsprung.

Wie Gewerbeversicherungsmakler ihren Kundenstamm systematisch aufbauen, zeigt der Artikel Gewerbeversicherungsmakler: Neukunden systematisch finden mit Firmendaten in 2026.

Ein Markt im Umbruch: Warum die Solarbranche jetzt relevant wird

Die politischen Ausbauziele sind ambitioniert. Bis 2030 sollen in Deutschland 215 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert sein. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten jährlich über 22 Gigawatt zugebaut werden. Deutlich mehr als die rund 16,6 Gigawatt, die 2025 realisiert wurden. Das bedeutet: Der Markt muss weiter wachsen, und damit wächst auch die Zahl der Betriebe, die in Planung, Installation und Betrieb von Solaranlagen tätig sind.

Allein die Photovoltaikbranche beschäftigte 2023 rund 98.600 Menschen in Deutschland, ein Anstieg von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über alle erneuerbaren Energien hinweg waren es mehr als 406.000 Beschäftigte, der höchste Stand seit 2011. Besonders auffällig: Die Beschäftigung konzentriert sich stark auf Handwerk, Bauwirtschaft und Installationsdienstleistungen, also genau in dem Segment, in dem der Bedarf an Gewerbeversicherungen am höchsten ist.

Gleichzeitig ist der Markt hochgradig fragmentiert. Eine Auswertung von über 2.300 Photovoltaik-Installationsbetrieben im DACH-Raum zeigt, dass die Branche von regional verankerten Handwerksbetrieben dominiert wird, nicht von Großkonzernen. Diese kleinen und mittelständischen Betriebe sind für Versicherungsmakler besonders relevant, weil sie oft keine eigenen Risikomanagement-Abteilungen haben und ihren Versicherungsschutz selten systematisch prüfen.

Welche Unternehmen bilden die Zielgruppe?

Die Erneuerbare-Energien-Branche ist vielfältiger, als man auf den ersten Blick annehmen würde. Für Versicherungsmakler ist es entscheidend, die verschiedenen Unternehmenstypen zu kennen, weil sich Risikoprofile und Versicherungsbedarf deutlich unterscheiden.

PV-Installationsbetriebe und Solarteure bilden das Rückgrat der Branche. Sie planen, montieren und verkabeln Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen. Ihre Mitarbeiter arbeiten in der Höhe, an stromführenden Systemen und an fremdem Eigentum. Das Schadenspotenzial ist erheblich: Von der fehlerhaften Dachdurchdringung, die über Monate unbemerkt Feuchtigkeit eindringen lässt, bis zum Montagefehler, der einen Brand auslöst. Laut Branchenberichten sind Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehler verhältnismäßig häufig Ursache für Brände an Photovoltaikanlagen.

Projektierer und Planungsbüros übernehmen die technische Auslegung und Genehmigungsplanung, oft ohne selbst zu montieren. Hier liegt das Haftungsrisiko in der Planungshaftung: Fehlerhafte Dimensionierung, falsche Komponentenwahl oder mangelhafte Statikberechnung können zu hohen Folgeschäden führen.

Wartungs- und Servicebetriebe sind ein wachsendes Segment. Mit steigender Anlagenanzahl nimmt auch der Bedarf an regelmäßiger Inspektion und Instandhaltung zu. Diese Betriebe haften für Schäden, die während oder infolge von Wartungsarbeiten entstehen.

Gewerbliche Anlagenbetreiber sind Unternehmen, die PV-Anlagen auf eigenen oder fremden Dächern betreiben und Strom einspeisen. Sie benötigen eine Betreiberhaftpflicht- und Elektronikversicherung. Die jährlichen Versicherungskosten liegen typischerweise zwischen 0,5 und 1,5 Prozent des Anlagenwerts.

Energiespeicher- und Ladeinfrastruktur-Unternehmen ergänzen das Spektrum. Sie installieren Batteriespeicher und Wallboxen, arbeiten also ebenfalls an komplexer Elektrotechnik mit entsprechendem Haftungsrisiko.

Übersicht der fünf wichtigsten Unternehmenstypen in der Photovoltaikbranche mit deren Kernrisiken und relevanten Gewerbeversicherungen für Versicherungsmakler.

Unternehmenstyp

Typische Mitarbeiterzahl

Kernrisiken

Wichtigste Versicherungen

PV-Installateur / Solarteur

5–50

Montage- und Brandschäden, Personenschäden auf Dach

Betriebshaftpflicht, Montageversicherung

Projektierer / Planungsbüro

3–20

Planungshaftung, Folgeschäden durch Fehlplanung

Berufshaftpflicht, Vermögensschadenhaftpflicht

Wartungs- und Servicebetrieb

5–30

Schäden an Bestandsanlagen, Ertragsausfälle

Betriebshaftpflicht, Werkverkehrsversicherung

Gewerblicher Anlagenbetreiber

variabel

Ertragsausfall, Sachschäden an PV-Anlage

Betreiberhaftpflicht, Elektronikversicherung

Speicher- und Ladeinfrastruktur

5–40

Elektro-Risiken, Brandgefahr bei Lithium-Speichern

Betriebshaftpflicht, Produkthaftpflicht

Die vier häufigsten Deckungslücken bei Solar-Betrieben

Die Erfahrung zeigt: Viele Photovoltaik-Unternehmen sind zwar versichert, aber nicht angemessen. Gerade bei schnell wachsenden Betrieben hinkt der Versicherungsschutz der Geschäftsentwicklung hinterher. Für Makler sind diese Deckungslücken konkrete Beratungsanlässe.

  1. Fehlende Subunternehmerklauseln: Viele PV-Installateure vergeben Teile der Montage an Subunternehmer, insbesondere bei Personalengpässen in der Hochsaison. Im Schadenfall haftet jedoch in der Regel der Fachpartner als Generalunternehmer und nicht die ausführende Subfirma. Ohne entsprechende Klausel in der Police steht der Betrieb im Ernstfall ohne Deckung da.

  2. Allmählichkeitsschäden werden unterschätzt: Eine unsachgemäße Dachdurchdringung bei der Montage einer PV-Anlage verursacht möglicherweise erst Monate oder Jahre später erkennbare Feuchtigkeitsschäden am Gebäude. Nicht jede Betriebshaftpflicht deckt solche schleichenden Schadensverläufe ab.

  3. Vernachlässigung der Montageversicherung: Während der Installation besteht ein erhöhtes Schadensrisiko. Module können herunterfallen, Kabel beschädigt werden, ein Gerüst kann einstürzen. Eine spezifische Montageversicherung deckt genau diese Phase ab, wird von vielen kleineren Betrieben aber nicht abgeschlossen.

  4. Cyber-Risiken werden ignoriert: Moderne PV-Anlagen sind oft per Monitoring-Software mit dem Internet verbunden. Wartungsbetriebe haben Fernzugriff auf Wechselrichter und Energiemanagementsysteme. Cyberangriffe oder Datenverluste können zu Betriebsunterbrechungen und Haftungsansprüchen führen. Ein Risiko, das in der klassischen Gewerbeversicherung nicht enthalten ist. Wie sich diese Risiken gezielt absichern lassen, zeigt der Artikel Cyberversicherung B2B: IT-Unternehmen als Zielgruppe für Gewerbeversicherungsmakler.

Warum konventionelle Akquise in diesem Markt nicht funktioniert

Die PV-Branche ist ein vergleichsweise junger Wirtschaftszweig. Viele Unternehmen wurden erst in den letzten fünf Jahren gegründet, einige sind aus bestehenden Elektrobetrieben hervorgegangen, andere sind reine Start-ups. Für Versicherungsmakler bringt das spezifische Herausforderungen bei der Kundenakquise mit sich.

Das erste Problem: Es gibt kein zentrales Branchenverzeichnis für PV-Betriebe. Anders als bei Handwerkskammern für klassische Gewerke existiert keine einheitliche Registrierung. Installationsbetriebe können in der Handwerksrolle als Elektrobetriebe geführt werden, als Dachdeckerbetriebe oder gar nicht, wenn sie rein planerisch tätig sind. Die Branchenzuordnung über WZ-Codes ist unzuverlässig, weil viele PV-Betriebe unter allgemeinen Elektroinstallations-Codes firmieren. Warum das ein strukturelles Problem ist, zeigt der Artikel WZ-Codes im M&A-Sourcing.

Das zweite Problem: Die Branche wächst und verändert sich schnell. Ein Elektrobetrieb, der vor zwei Jahren noch keine PV-Installationen angeboten hat, kann heute 60 Prozent seines Umsatzes damit machen - mit einem völlig veränderten Risikoprofil, das seine bestehende Betriebshaftpflicht nicht abbildet. Ohne aktuelle Daten erkennt ein Makler solche Veränderungen nicht.

Das dritte Problem: Die Entscheider sind schwer zu identifizieren. In vielen jungen PV-Betrieben gibt es keinen Prokuristen oder kaufmännischen Leiter. Der Geschäftsführer ist gleichzeitig Obermonteur und auf der Baustelle. Klassische Vertriebswege über LinkedIn oder Branchenveranstaltungen erreichen diese Zielgruppe nur eingeschränkt.

Makler, die den PV-Markt mit Empfehlungen, Branchenverzeichnissen und Kaltakquise bearbeiten wollen, erreichen allenfalls einen Bruchteil der potenziellen Kunden und investieren dafür unverhältnismäßig viel Recherchezeit.

Wie datengetriebene Methoden den PV-Markt erschließbar machen

Die Alternative zur manuellen Recherche besteht darin, den Markt systematisch über Daten zu erfassen. Der Grundgedanke: Bevor ein Makler ein Unternehmen anspricht, sollte er bereits wissen, welches Leistungsspektrum der Betrieb abdeckt, wie groß er ist, wer die Entscheider sind und ob kürzlich relevante Veränderungen stattgefunden haben.

Plattformen wie ProxDeal ermöglichen genau diesen Ansatz. Statt über Branchencodes zu suchen, kann der Nutzer mithilfe einer semantischen Suchlogik gezielt gewünschte Unternehmensprofile suchen und filtern - etwa „PV-Installationsbetriebe in Bayern mit 5 bis 30 Mitarbeitern, Gründung nach 2020, GmbH" - und erhält eine strukturierte Longlist mit angereicherten Unternehmensdaten. ProxDeal liefert dabei über 90 Variablen pro Unternehmen, darunter Umsatzschätzungen, Mitarbeiterzahlen, Geschäftsführerinformationen, Gesellschafterstrukturen, Gründungsjahr und aktuelle Veränderungen wie Insolvenzverfahren.

Entscheidend ist, dass aktuelle Daten aus Handelsregistern, Jahresabschlüssen, Unternehmenswebsites und weiteren Quellen zusammengeführt werden. Ein Betrieb, der sein Leistungsportfolio um Batteriespeicher-Installation erweitert hat, taucht mit dieser Erweiterung in der Datenbank auf, auch wenn sein WZ-Code sich nicht geändert hat.

Für den Versicherungsvertrieb ergeben sich daraus drei konkrete Vorteile. Zum einen lässt sich der Markt vollständig erfassen: Statt auf die bekannten 50 Betriebe im eigenen Netzwerk beschränkt zu sein, sieht der Makler alle registrierten PV-Unternehmen in seiner Zielregion. Zum anderen können Betriebe nach Versicherungsrelevanz priorisiert werden: Ein Betrieb mit 25 Mitarbeitern und steigendem Umsatz bietet deutlich mehr Akquise-Potenzial als ein Ein-Mann-Betrieb ohne aktuelle Veränderungen. Und schließlich kann die Erstansprache personalisiert werden, weil der Makler die Situation des Betriebs bereits kennt.

Über PV hinaus: Das gesamte Erneuerbare-Energien-Ökosystem als Zielmarkt

Versicherungsmakler, die sich auf die Photovoltaik konzentrieren, sollten das erweiterte Ökosystem nicht übersehen. Die Wertschöpfungskette der erneuerbaren Energien umfasst Segmente, die alle spezifische Versicherungsbedarfe haben und die sich mit derselben datengetriebenen Methodik erschließen lassen.

Wärmepumpen-Installateure bilden ein rasch wachsendes Segment. Die Beschäftigung in diesem Bereich stieg 2023 um 17.200 auf rund 71.700 Arbeitsplätze. Wärmepumpen-Betriebe installieren komplexe Heizungssysteme, arbeiten an Gas- und Wasserleitungen und berühren die Gebäudesubstanz, ein Risikoprofil, das demjenigen von SHK-Betrieben ähnelt, aber zusätzliche Spezifika aufweist.

Windenergie-Servicebetriebe sind ein weiteres relevantes Feld. Wartungsunternehmen für Windkraftanlagen arbeiten in extremer Höhe unter anspruchsvollen Bedingungen. Die Onshore-Windenergie beschäftigt rund 99.000 Menschen in Deutschland.

Und schließlich sind Elektromobilitäts-Dienstleister zu nennen, also Unternehmen, die Ladeinfrastruktur planen und installieren. Viele PV-Betriebe erweitern ihr Portfolio um Wallbox-Installation und Lastmanagement – ein Trend, der das Risikoprofil dieser Betriebe erweitert und neue Versicherungslösungen erfordert.

Fazit: Ein Markt, der schneller wächst als die meisten Makler reagieren

Die Photovoltaik- und Erneuerbare-Energien-Branche ist für Gewerbeversicherungsmakler eines der attraktivsten Wachstumsfelder der kommenden Jahre. Die Kombination aus massivem Zubau, hohem Fachkräftebedarf, komplexen Risikoprofilen und vielen jungen Unternehmen erzeugt einen Versicherungsbedarf, der noch lange nicht gedeckt ist.

Die Herausforderung liegt nicht darin, ob dieser Markt Potenzial bietet, sondern darin, die richtigen Betriebe effizient zu identifizieren und qualifiziert anzusprechen. In einem fragmentierten Markt mit tausenden kleinen und mittleren Betrieben reichen Branchenkontakte und Empfehlungen nicht aus. Wer dieses Segment systematisch erschließen will, braucht einen datengetriebenen Ansatz: strukturierte Unternehmenslisten mit Finanz- und Entscheiderdaten, die eine Priorisierung nach Akquise-Potenzial ermöglichen.

Makler, die heute in die systematische Erschließung der Erneuerbaren-Energien-Branche investieren, bauen einen Kundenstamm auf, der über Jahrzehnte Bestand hat. Die Energiewende ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein struktureller Umbau der deutschen Wirtschaft. Die Frage ist nur: Erschließen Sie diesen Markt, oder überlässt Ihr Wettbewerber Ihnen die Recherche?

PV-Betriebe in Ihrer Region systematisch identifizieren und priorisiert ansprechen: Jetzt kostenfreies Erstgespräch buchen →

Häufige Fragen

Welche Versicherungen braucht ein PV-Installationsbetrieb? Die wichtigsten Versicherungen für Photovoltaik-Installateure sind die Betriebshaftpflichtversicherung (mit Subunternehmerklausel und Allmählichkeitsschäden), eine Montageversicherung für die Installationsphase sowie eine Werkverkehrsversicherung für den Transport von Modulen und Wechselrichtern. Je nach Geschäftsmodell kommen eine Berufshaftpflicht für Planungsleistungen und eine Cyberversicherung hinzu.

Wie groß ist der Versicherungsmarkt für erneuerbare Energien? Die erneuerbaren Energien beschäftigen in Deutschland über 406.000 Menschen in mehr als tausenden Betrieben. Allein die PV-Branche zählt rund 98.600 Beschäftigte. Bei durchschnittlichen Gewerbeversicherungsprämien im vierstelligen Bereich pro Betrieb ergibt sich ein beträchtliches Marktvolumen, das durch den jährlichen Zubau weiter wächst.

Wie unterscheidet sich die Betreiberhaftpflicht von der Betriebshaftpflicht? Die Betriebshaftpflicht schützt ein Unternehmen vor Haftungsansprüchen aus seiner gewerblichen Tätigkeit, also etwa einen Installateur vor Ansprüchen wegen fehlerhafter Montage. Die Betreiberhaftpflicht richtet sich an Unternehmen, die eine PV-Anlage betreiben und Strom einspeisen. Sie deckt Schäden ab, die durch den Betrieb der Anlage gegenüber Dritten entstehen, etwa bei Bränden oder herabfallenden Modulteilen.

Wie hilft ProxDeal Versicherungsmaklern bei der Akquise im PV-Segment? ProxDeal erstellt angereicherte Unternehmenslisten auf Basis von Freitext-Suchprofilen. Makler können gezielt nach PV-Betrieben filtern – nach Region, Mitarbeiterzahl, Gründungsjahr, Rechtsform und weiteren Kriterien. Die Plattform liefert über 90 Datenpunkte pro Unternehmen, darunter Entscheider-Informationen, Finanzkennzahlen und Veränderungssignale wie Führungswechsel. Die integrierte Outreach-Funktion ermöglicht zudem die personalisierte Erstansprache direkt aus der Plattform.

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